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Bio-Baumwolle

Was ist

Baumwolle?

Baumwollfasern sind die 15-55 mm langen, aber nur ca. 0.02 mm dicken Haare der Samen der tropisch und subtropisch wachsenden Baumwoll-Pflanze und sind in Asien und den Amerikas schon seit mindestens 6000 Jahren zur Herstellung von Fäden und Geweben verwendet worden.

Das einzelne Baumwollhaar gleicht in trockener Form unter dem Mikroskop einem naturweissen bis grauen, dünnen, flachgepressten, verdrehten Röhrchen. Die Faser ist innen also hohl und kann daher bis zu 2/3 des Eigengewichtes an Wasser (oder Öl/Schmutzteilchen) aufsaugen und quillt in Wasser auf. Darum trocknen daraus hergestellte Textilien auch entsprechend langsam. Die Faser ist hautfreundlich, hypoallergen, kratzt nicht und ist sehr beständig gegenüber Alkalien (Waschseifen), aber nicht gegenüber stärkeren Säuren.

Die daraus hergestellten Textilien werden kaum von Schädlingen oder Insekten befallen, können aber vor allem in feuchtem Zustand relativ leicht durch Pilze und Bakterien zersetzt werden. Im Kompost dauert das aber mindestens 6 Monate für 100% Baumwolltextilien und auch nur, wenn das Stück Stoff nicht noch – versteckt – synthetische Fasern enthält!

Wie gewinnt man Baumwolle?

Um die Haare der Samen zu gewinnen ist ein ganzer Entwicklungszyklus der Pflanze nötig: Anbau der zwar mehrjährigen Pflanze, die aber aus Gründen der Ergiebigkeit bereits nach der ersten Ernte vernichtet wird, Blühen und Befruchtung, Wachstum und Ausreifen der Fruchtkapseln, Ernten der aufgeplatzten Kapseln, Abtrennung der Samen und Verspinnen der Haare zu einem Faden, der dann erst zu Textilien verwoben werden kann.

Der Anbau in Plantagen nur für eine Vegetationsperiode ist also intensiv und braucht viel Arbeitskraft, Wasser und Dünger, und die grünen Kapseln werden gern von schädlichen Insekten befallen. Pestizide sollen dagegen wirken. Die Qualität und der Ertrag ist stark von Sorte und Wachstumsbedingungen abhängig. So ist es nicht verwunderlich, dass auch genetisch manipulierte Sorten im Markt sind, deren Saatgut kontrolliert in den Händen grosser Konsortien liegt.

Obwohl leicht und flauschig bringt 1 kg Baumwolle dem Produzenten lediglich ca. 1.4 Dollar (Stand heute). Dennoch machen Bauwollfasern rund 25% aller weltweit produzierten Naturfasern aus.

Baumwolltextilien sind beliebt. Mit einem Anteil von über 50% ist die Naturfaser Baumwolle der bedeutendste Textilrohstoff der Welt.

Welches sind – in den Augen verantwortungsvoller Konsumenten – die negativen Seiten von Baumwoll-Textilien? Der Anbau von Baumwolle in «heissen» Ländern und mit tiefen Erlösen ist entweder von sehr grossen industriell arbeitenden Agrofirmen oder von Kleinbauern leistbar. Dabei ist klar, dass die Grossen die kleinen entsprechend unter Druck setzen, was Preise, Abnahmegarantien und Verfügbarkeit von Saatgut betrifft. Generell ist der Anbau offenbar mit extremem Ressourcenverbrauch belastet (bis zu 25'000 Liter Wasser pro kg Faser!). Durch die notwendige, aber möglicherweise unsachgemässe Bekämpfung von Unkraut und Kapselwurm, -raupe und -käfer mit Pestiziden, sowie durch Auslaugen/Düngen der Böden entstehen Probleme, die zu gravierenden ökologischen Folgen führen können (z.B. Grund- und Trinkwasser Reserven). Dünger und Pestizide verursachen 50 bis 70 Prozent der gesamten Kosten für die Faserproduktion!

Der Einsatz von genetisch modifizierten Pflanzen ist aus Kostengründen nur den «Grossen» Playern vorbehalten. So wird die Saatgutkontrolle zur Abhängigkeiten von Konzern und Kapital.

Die Verarbeitung zu Textilien (Spinnen, zwirnen, färben, weben) wird durch den Preisdruck an Billiglohnländer delegiert. Deren Sorgfalt mit Arbeitnehmern und Umwelt ist schon öfter in den Medien publik gemacht worden. Aber weder die Produzenten- noch die Abnehmer-Firmen haben Interesse daran, ihre Konkurrenzfähigkeit international durch Zugeständnisse bei den Gestehungskosten freiwillig zu mindern. Darunter leiden Umwelt und Arbeitnehmer.

Als problematisch gelten die Arbeitsschritte Bleichen, Färben, Appretieren insbesondere auch wegen der dafür verwendeten Chemikalien, falls diese nicht umweltfreundlich gehandhabt und entsorgt werden. Es ist plausibel, dass die «hohle» Baumwollfaser bedenkliche Spuren davon enthalten, und später beim Gebrauch abgeben kann.

Für die Verwendung in Bekleidungsstoffen wird den Geweben oft «fremde» Fasern zur Verstärkung oder Verbesserung der Eigenschaften beigegeben. Bis zu 5% «Fremdfaser», z.B. synthetischer Art, muss nicht angegeben werden. Aus 95% Baumwolle wird so 100%!

Die in Welthandel günstig angebotenen «Alltagstextilien» vor allem aus Baumwoll-und Baumwoll-Misch-Textilien haben zu einer geringen Gebrauchszeit geführt. Es ist nicht unüblich, Kleider nur für eine Saison zu kaufen und sie dann wegzugeben (Textilsammelstellen). «Kleidung wird bei uns nur noch halb so lange getragen wie vor 15 Jahren». Der allermeiste Teil davon landet dann in der Herstellung von Recyclat-Faser . Das mechanische Verfahren funktioniert so, dass Baumwollgewebe bis auf die einzelnen Fasern geschreddert wird. Das resultierende Produkt ist zwar weiterhin Baumwolle, hat aber deutlich kürzere Fasern. Diese sind nur beschränkt für die Produktion von neuen Kleidern verwertbar, weil grundsätzlich kein genug feines und genug festes Garn für eine Textilherstellung erreicht werden kann. So beschränkt sich zurzeit der Anteil von Recycling-Baumwolle in Kleidern meist auf nur 20 Prozent. Bei Mischgeweben funktioniert das ohnehin nicht.

Zu lange war die Modebranche nicht in der Lage, ihre Produkte ordnungsgemäß zu recyceln, da es für die beliebtesten Materialien wie Baumwoll- und Polyester-Mischungen keine kommerziell tragfähige Trenn-, Sortier- und Recyclingtechnologie gab.

Was ist Biobaumwolle?

Die wichtiger Bedeutung für Welthandel und die Textilindustrie (hergestellt werden 100 Millionen Tonnen Kleider pro Jahr! «Pro Jahr und Kopf werden in der Schweiz rund 18 kg Textilien neu erworben»!) haben vielfach zu Bestrebungen geführt, die negativen Seiten zu begrenzen/kontrollieren und dem Verbraucher nicht nur ökonomische und modische, sondern auch ökologisch und sozial verträgliche, schadstofffreie Textilien anzubieten. Das führte zu einer Vielfalt von regional akzeptierten Normen und Labels, die den Schwerpunkt je nach dem auf «Bio» («organic»), «gentechnikfrei», «sozialverträglich», «ökologisch», «rezyklierbar», naturbelassen («ungebleicht») usw. legen. Es gibt aber auch «Standards», die von Anbieterfirmen als Teil ihrer Marketingstrategie erfunden wurden und durch eigene Schlagworte gekennzeichnet sind.

Es ist nicht einfach, sich in diesem Dschungel zurecht zu finden!

Den Dschungel für die Schweiz lichtet teilweise die Organisation Public eye.

Das österreichische «Bundesministerium Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie» unterhält eine Online-Übersicht mit detaillierter Beschreibung und kritischer Bewertung der Standards/Zertifizierungen und Labels. Wertvoll zum Nachprüfen!

Die Kenntnis der relevanten Labels und ihre aussagekräftigen Inhalte sind für jeden bewussten und kritischen Konsumenten wichtig und für «transparente» Firmen, die sich abheben wollen, ein MUSS.


Laut österreichischem Bundesministerium KUEMIT (Link siehe oben) gehört GOTS mit dem label «Naturtextil IV N» zu den zwei umfangreichsten und besten Labels für Textilien.

Alle von Lilavendel geführten marken aus baumwolle besitzen das GOTS Zertifikat (Freds World, loud&proud, Müsli, Pamboo).

Dieser Artikel wurde nicht auf Grund von originalen wissenschaftliche Publikationen zusammengestellt, sondern zitiert andere, plausible sogenannter «Trivial-Literatur» aus dem Internet.

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